Teil eines Werkes 
9. Band, Die Frauen von Neidschütz : Novelle : 1. Band (1832)
Entstehung
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gend zugeſehen, vielleicht einiger Scheu wegen, die ihm der Bericht des Kaſtellans eingeflößt hatte; denn wenn man zu jener Zeit auch anfing, an gewiſſen Dingen zu zweifeln, ſo war die Auf⸗ klärung doch noch nicht hinlänglich vorgeſchritten, um ſie geradehin zu verwerfen. Jetzt aber, als er ihr bräunliches Antlitz im Spiegel gemuſtert hatte, leuchtete ihm plötzlich ein, wenn die Frau Schloßverwalterinn eine Hexe ſei, ſo ſei ſie we⸗ nigſtens eine ganz artige Hexe; er räuſperte ſich alſo und trat aus ſeinem Verſteck hervor, den et⸗ was in Unordnung gerathenen Lockenbau ſeiner Perücke flüchtig ordnend. Die Schöne ſtieß, als ſei ſie überraſcht, einen kurzen, zierſamen und feinen Schrei aus, und fragte darauf in gebro— chenem Deutſch: Verzeihe der Herr— iſt dies nicht mehr des Kaſtellans Gemach? Wo iſt er?—

Reizende Sennora— antwortete Vizthum mit einer Miſchung von Galanterie und vorneh⸗ mer Nachläſſigkeit— Dieſelbe iſt in der That bei Dem, welchen ſie genannt, oder vielmehr bei ſich ſelbſt. Er, Hofbettmeiſter, iſt hinaufgegan⸗ gen im Herrendienſt, welches mir zu beſonderem Plaiſir gereichet, dieweil ich dadurch Occasion habe, mit Derſelben einige Worte zu wechſeln,