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Ja wohl bin ich*, reich durch Eure Güte, mein gnädiger Herr und Bruder.—
Nun wohl— erwiederte dieſer— ſo laſſet uns denn zuſammen unſeres Wohlſtandes genie⸗ ßen. Zu lange ſchon waren wir getrennt; der
bunte Wechſel der Welt mochte den Wandernden
wohl zerſtreuen, der Daheimbleibende aber ver⸗ miſſte nicht ſelten den brüderlichen Freund, der jetzt, als ſei er ihm fremd geworden, ſeine Liebe mit Worten der Ceremonie erwiedert.—
Es war, als ſtiege bei dieſer Rede ein tiefe⸗ rer Schatten auf das Antlitz des Sprechenden, er reichte vom Pferde herüber dem Begleiter die Hand, dieſer ergriff ſie mit ehrerbietiger Nei⸗ gung und drückte ſie innig und ſtark, zu ſtark vielleicht; denn der Altere zog die zarte Linke mit dem Ausdruck leichten Schmerzes zurück, dann aber fuhr er fort, freundlich wie zuvor:
Man ſchilt Euch einen Flüchtling— Bru⸗ der, und ſo muß ich darauf denken, Euch Feſſeln anzulegen, daß Ihr nicht entrinnet; Roſenfeſ⸗ ſeln, denn dieſe, geht das Gerücht, können al⸗ lein den ſtarken Auguſt binden.—
Wahrlich— rief dieſer lebhaft— man möchte auf den Gedanken kommen, als habe mein


