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band, zu dem Titel Vicomte D— gelangte; aber bald nachher ward er einer der unglucklichſten Maͤnner durch den Tod ſeiner Gattin, die im achten Wochenbette ſtarb, ihm einen Sohn, ihr einzig am Leben gebliebenes Kind, hinterlaſſend⸗ Schoͤnheit war ſeine Leidenſchaft: allein ſein Vater hatte mehr ſeinen Vortheil als ſeinen Ge⸗ ſchmack bei der Wahl einer Gattin zu Rath gezogen, und Vicomteſſe D— beſaß gewiß je⸗ den Vorzug auſer Schoͤnheit. Dennoch hatten ihre Tugenden und ihre Talente das vortreff⸗ liche Herz ihres Gatten endlich ſo ſehr gewon⸗ nen, daß er laͤngſt den Mangel perſoͤnlicher Reize bei ihr vergeſſen hatte, als der Tod eine Vereis igung trennte, die beide gluͤcklich machte, und mein troſtloſer Freund bat mich ſchriftlich, in der doppelten Eigenſchaft, als Freund und Arzt, zu ihm zu eilen. Ich that es, und fand ihn nicht allein niedergedruͤckt durch den Schmerz, der ihn


