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als die ſteifen Diners bei den langweiligen Freunden ihrer Schwiegermutter.
Nachdem ſie ſich bei ein oder zwei derartigen Feſt⸗ lichkeiten, die ihr zu Ehren gegeben worden waren, halb todt gegähnt hatte, erklärte ſie ihrem Gatten, daß ſie mit ſeiner„altmodiſchen“ Sippſchaft keinen weiteren Verkehr haben möchte. Solche geſittete Tafelfreuden waren nichts für Amanda; ein kleines Diner mit Lord Hunterſton und ſeinem Anhang in Richmond war weit mehr nach ihrem Geſchmack. Sie hatte eigentlich den⸗ ſelben Widerwillen gegen Frauen, wie die arme, kleine Innocenzia, obgleich bei dieſer die Abneigung nur gewiſſermaßen der Refler der Anſichten ihres Vaters war. Amanda aber glaubte, alle Frauen wären eifer⸗ ſüchtig auf ſie und kennten nichts als Rachſucht und Neid, und der Kreis ihrer männlichen Bewunderer ſtimmte darin mit ihr vollkommen überein. Aus dem Geſagten kann man ermeſſen, daß die junge Frau den Freuden des Abends nicht mit großem Entzücken ent⸗ gegen ſah. Aber ſie zog ihre ſchönſten Kleider an und ſchwatzte viel, um Alle zu blenden und dann Alles, was ſie geſehen und erlebt mit ihrer ſcharfen Zunge zu kritiſiren.
„Ich muß heute bei meiner alten Schwiegermutter eſſen,“ ſagte ſie zu einer Gruppe junger Männer, die
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