Teil eines Werkes 
1. Band (1874)
Entstehung
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An Alterthümern und Reliquien war das alte Haus gar reich, denn ein jeder der früheren Bewohner hatte ein Andenken darin zurückgelaſſen und echter Familien⸗ ſinn ſie bewahrt. Da ſah man chineſiſche und japaneſiſche Fächer und geſchnitzte und gemalte Theekäſten, alte Teppiche, Decken und Holzarbeiten, Gemälde und Nipp⸗ ſachen aller Art und aller Nationen, koſtbares Porzellan von altmodiſchen Formen, wofür ein Sammler gern Hände voll Geld gegeben haben würde. Und alle dieſe

Schätze lagen und ſtanden nicht etwa zur Schau aus⸗

geſtellt, ſondern man fand ſie nur gelegentlich beim Durchſuchen wenig benutzter Schränke oder auf den Kaminſimſen entlegener Zimmer. Ja, an Regentagen boten ſolche Entdeckungsreiſen in dem lieben, alten Hauſe reichen Stoff zur Unterhaltung dar. Aber in dem Wohn⸗ zimmer ſelbſt durfte man dieſes Muſeum von Selten⸗ heiten nicht ſuchen, dort herrſchte nur Behaglichkeit, und wenn auch mit tauſend Zierlichkeiten ausgeſtattet, ſo trug daſſelbe doch durchaus den Stempel der Nutzbarkeit zum täglichen Gebrauch. Vielleicht war es ein Mangel, wie⸗ wol Manche gerade einen Vorzug darin gefunden haben würden, daß die Fenſter, trotz der Nähe der Rieſenſtadt, auf einen weiten, grünen, reich mit Bäumen beſetzten Wieſenplatz gingen. Im Winter, wenn die Bäume kahl waren, konnte man wohl hie und da ein