zu uns kam. Sie hatte eine längere Spazierfahrt mit einigen jungen Damen aus Berlin gemacht, die zu ihrer Bekanntſchaft gehörten.
Ein paar Tage nachher, als Louiſe in Geſellſchaft dieſer Landsmänninnen eine Vergnügungstour nach Wiesbaden machte, ſchlug Frau Spindler vor, daß wir, ſie und ich, den längſt beſprochenen, aber immer wieder aufgegebenen Beſuch des Rheingrafenſteins, einer höchſt merkwürdigen Ruine eine Stunde Wegs von Kreuznach, machen wollten. Ich nahm den Vor⸗ ſchlag mit Eifer an, wendete aber ein, daß es eine Sünde gegen Louiſe ſei, wenn ſie nicht mit wäre, da ſie ſo dringend gewünſcht hätte, grade dieſe Ruine näher zu betrachten.
Frau Spindler antwortete auf meine Bemerkung: „In meiner Geſellſchaft kommt Louiſe niemals nach dem Rheingrafenſtein; ich habe ein Vorurtheil dagegen, ſie dorthin zu führen, das Sie begreifen werden, wenn wir dort geweſen ſind.“
Natürlich konnte ich nichts dagegen einzuwenden haben, ſondern es blieb bei dem Entſchluſſe, daß wir uns gleich am Nachmittage dorthin begeben wollten.
Die Gans, der höchſte Kamm des Bergrückens, bewacht den Felſen des Rheingrafenſteins und iſt eins der unzähligen Zeugniſſe von Gottes Allmacht und


