durchſtreift habe, von Gicht oder andern ähnlich en Krankheitsanfällen geplagt werde und ſich deshalb jetzt in Kreuznach aufhalte.
Er galt für außerordentlich reich, weil er buch⸗ ſtäblich Geld rings um ſich ausſtreute. Im Uebrigen hielt er ſich von den andern Brunnengäſten entfernt, und es war durchaus unmöglich, zu näherem Umgange mit ihm zu gelangen.
Ein Tag nach dem andern verfloß ſehr ſchnell, und in kurzem war ich bereits drei Wochen in Kreuz⸗ nach. Noch zwei und ich mußte mich nothwendiger⸗ weiſe von meinen liebenswürdigen Nachbarn trennen.
Eines Tages äußerte ich zu Frau Spindler: „Haben Sie nicht einen Mann bemerkt, der beſtändig Ihren und Louiſens Wegen folgt?“
„Nein, Madame das habe ich nicht“, antwortete ſie mir und fah mich an.
„Wenden Sie ſich um und werfen Sie einen Blick auf die Bank und Sie werden ihn dort entdecken.“
Frau Spindler that es, heftete aber nur einen flüchtigen Blick auf den Mann und ſagte:„Möglich, daß er von Lyuiſens Ausſehen frappirt worden iſt, aber er gehört nicht mehr dem Alter an, in welchem die Liebe eine Rolle ſpielt. Er kann ihr nicht gefähr⸗ lich werden.“


