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Die Leidenschaften : eine Erzählung / von Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von Dr. Otto gen. Reventkow
Entstehung
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252 reiſte und ihre ältere Schweſter blieb. Der Sommer ging vorüber; zwiſchen Amalia und dem jungen Gra⸗ fen, welcher ſich jetzt auf Ljungſtadt aufhielt und ſich mehreremals Gelegenheit verſchafft hatte, mit ihr zu⸗ ſammen zu kommen, entwickelte ſich eine heftige Liebe. Die Schweſter des Grafen, eine verheirathete Gräfin Hernhjelm, welche ſich auch auf dem Lande bei den Eltern aufhielt, entdeckte die Verbindung der jungen Leute und theilte ſie dem alten Grafen mit.— Es fand eine Erklärung zwiſchen Vater und Sohn ſtatt, wobei der Letztere unvorſichtig genug äußerte, daß er beabſichtigtige, ſich mit Amalia zu verheirathen. Es hätte beinahe ein Auftritt ſtattgefunden, als die Gräfin OHernhjelm dazwiſchen trat und dem Vater verſprach, ſich der Sache anzunehmen. Es vergingen einige Wochen. Die Liebenden ſahen einander ſeltener.— Endlich gelang es der Gräfin Hernhjelm, den Bruder zu einer Reiſe nach der Hauptſtadt zu bewegen, da⸗ mit ſie während der Zeit die Einwilligung des Vaters zur Verbindung mit Amalia auswirken könnte. Der Bruder ging vollſtändig in die Schlinge, die ſie ihm legte und— reiſte. Jetzt wandte ſich die Gräfin direkt an Amalia und ſpiegelte ihr vor, daß, wenn ſie die Gräfin auf eine Reiſe in's Ausland begleitete, welche auf den Herbſt beſtimmt war und ein Jahr dauern ſollte, ſo würde es nachher leichter ſein, den ſtolzen Vater zu ſeiner Einwilligung zu bewegen. Viel zu jung und zu verliebt, um Mißtrauen zu der Schweſter von ihm hegen zu können, welcher ihr Herz beſaß, nahm Amalia den Vorſchlag mit Entzücken an.

Die Gräfin beſuchte auch ihre Mutter, aber ohne ein