In der italieniſchen Oper ſollte eine ausländiſche Sängerin, Madame M—, auftreten.
Die Zeitungen hatten viel über ſie geſchrieben und die merkwürdigſten Anekdoten(ob wahre oder erfundene, laſſen wir dahin geſtellt) berichtet. Ge⸗ nug, das Intereſſe war erweckt und mit nicht un⸗ bedeutender Neugierde war man darauf geſpannt ſie zu hören.
Endlich wurde ihr erſtes Debüt angekündigt.— Daſſelbe fiel auf den Tag nach dem Balle des Mi⸗ niſters.
Die elegante Welt hatte es ſich zu einer Ge⸗ wiſſensſache gemacht, ſich an jenem Abend in der italieniſchen Oper einzufinden, um die vielbeſprochene Sängerin kennen zu lernen und ſich von der Wahr⸗ heit aller Gerüchte zu überzeugen, welche in Bezieh⸗ ung auf ihr Debüt im Umlauf waren.
Lord Caſterton ſaß in ſeiner Loge zurückgelehnt. Sein ganzes Aeußere war ſo ernſt, daß es ausſah, als wenn er irgend eine Rede durchdächte, die er zu halten beabſichtigte und durch welche es ihm wieder gelingen würde die Herzen der Zuhörer für ſich zu gewinnen.
Gleichgültig blickte er auf die vollbeſetzten Logen und ſchien ſich mit Fleiß ſoweit als möglich in ſeine Loge zurückgezogen zu haben, um ſich der Laſt zu entziehen, rechts und links grüßen zu müſſen.
Neben ihm auf einem Stuhl lag ein prächtiges Bouquet.
Als der zweite Act begann, trat in die Loge ge⸗ rade ihm gegenüber Fräulein Martha Stangenſtiöld. Sie richtete ſofort ihr Opernglas auf den Lord, ohne
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