Teil eines Werkes 
2. Band (1857)
Entstehung
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Daß Pföfſchen zähneknirrſchend davon ging, braucht kuum bemerkt zu werden. 3 So verging eine Stunde nach der andern. Endlich gegen vier Uhr früh langte der Kutſcher des Freiherrn mit einem Wagen an; er erzählte, wie man ihn in einem Wäldchen angefallen, längere Zeit gefangen gehalten und dann wieder freigelaſſen habe. Die Urſache dieſes Benehmens war leicht zu erklären. Man beſchloß den hellen Tag zu erwarten, und als derſelbe angebrochen war, wurden Anſtalten zur Abreiſe getroffen, und um deſto ſicherer zu ſein, wurde Georgine veranlaßt, die Reiſe mitzumachen.

Salomo wollte über dieſe neue Zumuthung au⸗ her ſich werden, allein es ſollte noch ſchlimmer kommen.

Während der Wagen gepackt wurde, langten zwei Gensd'armen vor der Schenke an; ihr Erſchei⸗ nen war für die Freifrau eine unbeſchreibliche Erleich⸗ ierung. Man verſtändigte ſich bald mit einander und es kam ſo weit, daß der Haidewirth auf der Stelle verhaftet und nebſt ſeiner Tochter nach der Stadt geführt wurde.

Der Wagen folgte langſam nach, und der Frei⸗ herr ſowie deſſen Gemahlin überſchütteten ihren bra⸗ ven Diener Georg mit herzlich gemeinten Bezeugungen ihres Dankes.

Salomo wurde nebſt ſeiner Tochter ins Gefäng⸗ niß gebracht, und noch an demſelben Tage ging eine Abtheilung Militär nach der Haideſchenke hinaus, begleitet von einer Gerichts⸗Comiſſion, welche die Taberne des Gefangenen einer genauen Durchſuchung unterwarfen, wobei ſchwere Beweiſe von dem ver⸗

vrecheriſchen Treiben Salomo's aufgefunden wurdenz

in einem alten Stalle fand man zwei Menſchenge⸗