Druckschrift 
Siegmund, Wildgraf von Roßburg, letzter Großmeister der Todtenritter : eine abenteuerliche Erzählung aus den Zeiten Kaiser Heinrichs des Vierten / von Sebaldo, Verfasser von Leipzigs Vorzeit, des Lebens Licht und Schatte, Wahrheit und Phantasie. u. a. m.
Entstehung
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Roſſe riß, ihn gleich einem Räuber ſo ſchimpflich be⸗

handelte. Und dennoch murrte er nicht wider ſein Schickſal; dennoch fluchte er ſeinem entarteten Sohne nicht! Es iſt zwar wahr, er ward blaß, ſeine Lip⸗ pen bebten— indeß bemuͤhte er ſich, den Auftuhr ſeines Gemuths zu erſticken. Noch ein Mal reichte er mir die Hand im Gedraͤnge und fluͤſterte mir zu: Burkard, vergiß Deinen unglücklichen Kaiſer nicht, ſammle meine Getreuen, und rette mich aus den Haͤn⸗ den dieſer Barbaren!— Es waren ſeine letzten Worte; mit Gewalt riß man ihn fort, um ihn nach Ingel⸗ heim zu fuͤhren, wo er, durch den heilloſen Biſchof alles kaiſerlichen Schmuckes beraubt, in der härteſten Gefangenſchaft ſchmachtet.

Siegmund. Ungluͤcklicher Helnicht— aber wohin kamen ſeine großen, ihm getreuen Heer⸗ ſchaaren?

Der Ritter. Leider wurden ſie durch die Liſt des jungen Heinrich ganz zerſtreut. Ich ehrte den Willen meines tief gebeugten Kaiſers, zog von

Veſte zu Veſte, that ſeinen Freunden und Anhaͤn⸗ gern ſein ungluͤckliches Schickſal kund— doch nur Wenige waren willig, ihm thätig beizuſtehn und ihn