Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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ben ſollten. Die drei älteſten, die eigentlich mit den Tan⸗ ten nach Woltheim geſollt, konnten den Abend recht gut zu Fuß dahingehen. Eliſabeth mußte heute alle Geſchwi⸗ ſter um ſich haben, ſie mußte ihnen ihr warmes Herz aus⸗ ſchütten, und der Jubel und die Freude und Liebe der Kinder entzückte ſie zu ſehr. Es war für die Stadtkinder aber auch eine Luſt, ſich herumzutummeln im Garten, in der ſchattigen Laube Kaffee zu trinken, und auch weiter zu wandeln durch die Hecke über den Weg nach dem Grasrain. Sie pflückten Feld⸗ blumen, machten Kränze und Sträußchen, Eliſabeth, ihre allerliebſte Schweſter, immer glücklich mit ihnen. Als ſie Charlottchen eben einen Kranz auf die Locken ſetzte, trat ihr Mann zu ihr, er freute ſich herzlich ihres Glückes und ahnete kaum, daß er ihr heute wehe gethan. Liebe Eli⸗ ſabeth, daß Du doch ſo warm lieben kannſt! ſagte er freundlich; aber mich mußt Du doch immer am meiſten lieb haben, ſonſt werde ich traurig. Sie ſah ihn freundlich an, und es fiel ihr jetzt erſt ein, daß ſie ſich den ganzen Tag um ihn nicht bekümmert hatte. Sie hatte kein Verlangen danach gehabt, in ihrer beleidigten Stim⸗ mung vom Morgen war es ihr eine Genugthuung, ſich in den Geſchwiſtern befriedigt zu fühlen und ihm das zu zeigen. Als er jetzt ſo freundlich bittend vor ihr ſtand, ſchämte ſie ſich ein wenig und die Stimmung vom Mor⸗ gen war darüber vergeſſen, ſie mußte ihm ganz warm und beweglich in die Augen ſchauen. Sich über die wechſelnden