Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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mit allen vernünftigen Vorſätzen, reden konnte ſie zwar nicht, ehe ſie nicht ihrer Thränen Herr geworden, aber dann gab ſie Antwort auf alle ſeine liebevollen Fragen. Ja ſie ſchüttete ihr ganzes Herz aus, erzählte ihm ihre Ungeduld, ihren Kummer, ihre Reue, den ganzen Abend, ſelbſt ihre Betrachtungen bei den Blumen. Er hörte Alles an mit bewegtem Herzen, ſeine Liebe war bereit, ſie zu tröſten, er fühlte ſich wieder angeweht von der Kraft des Reiches Gottes, von der Wunderwelt dort über ſich, er griff auch zum Schluſſe nach der Bibel und beide laſen die Bergpredigt noch einmal zuſammen.

Als Eliſabeth am andern Morgen aufſtand, war ihr Mann ſchon fortgeritten zur gewöhnlichen Uebung, und als ſie an ihren Schreibtiſch trat, fand ſie hier im friſchen hellen Waſſerglaſe Kornblumen, rothen Mohn und weiße Sternblumen, ſo lieblich und friedlich ſchauten ſie zu ihr auf und mit dankbaren Herzen neigte ſie ſich zu ihnen hinab. Ja Herr, ich danke Dir, daß Du mir auch in dieſer Kleinigkeit geholfen haſt! Wie würde es mir heut wohl ſein, wenn ich mich in meinem Hochmuth nicht be⸗ finnen konnte?

Aus Kleinigkeiten beſteht das ganze Leben, mit Klei⸗ nigkeiten übt der Böſe ſeine Macht an den Menſchenſeelen, eine Kleinigkeit nach der anderen macht ſie matter und mat⸗ ter, bis ſie weder zart fühlen noch zart aufmerken können, und ohne es recht zu merken, gerathen ſie in das Elend