238
hört hatte, ſtand in der ehrerbietigſten Haltung vor dem Großfürſten da, den er mehr als um die Höhe eines Kopfes überragte. In preußiſcher Weiſe ſalu⸗ tirend und die Finger an der Mütze haltend, drückte er dem Grofßfürſten durch ſeine Mienen ſeine lebhafte Bereitwilligkeit aus, dem an ihn ergangenen Befehl auf das Nachdrücklichſte zu gehorſamen.
Die ſeltſamſte und ſchreckenvollſte Verwunderung hatte ſich aber jetzt auf dem Antlitz der Großfürſtin gemalt, als ſie die grauſame und rückſichtsloſe Abſicht begriffen hatte, welche der Großfürſt mit ihr hegte. Schaudernd im Gefühl der Näſſe, welche der unauf⸗ hörlich herabpraſſelnde Regen bereits durch ihre Glie⸗ der verbreitet hatte, faßte ſie ſich mit dem Ausdruck beginnenden Leidens an die Stirn und ſchien einen Augenblick hin und her zu ſchwanken. Gewaltſam hielt ſie ſich aber dann wieder aufrecht, ja ſie ver⸗ mochte es jetzt ſchon über ſich, wieder zu lächeln, und reichte dem Großfürſten mit der braven Innigkeit und Freundlichkeit, die ihr ſtets eigen blieben, wie zum Ausdruck ihrer Bereitwilligkeit, Alles gern für ihn zu thun, ihre beiden Hände dar.
Paul hatte gar kein Auge für die leidende Bewe⸗ gung ſeiner Gemahlin, und noch weniger für die lie⸗


