Teil eines Werkes 
4. Band (1861)
Entstehung
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unſerm Hauſe. Ich glaube aber, wir werden im Stande ſein, es zu tragen. Man hat ſtets den Muth, einen Kummer zu tragen, der ſein nacktes Antlitz zeigt, der frei von Ungewißheit oder Maske ſichtbar mitten im Hauſe ſteht, und dem jedes Mit⸗ glied deſſelben entgegengehen und ihn geduldig aus⸗ halten kann.

Du ſagteſt einmal, unſer Leben lehre uns oft den Grund des Leidens, und alle Ereigniſſe des Le⸗ bens hingen ſo wunderbar zuſammen, daß wir ſpä⸗ ter die Kette derſelben verfolgen und in demüthi⸗ gem Glauben und Ehrfurcht ſehen könnten, wie eins aus dem andern ſich entwickelt hat, und daß Alles, Gutes und Böſes, nothwendig und genau ſo geſchehen mußte, wie es geſchah.

Auf dieſe Weiſe fange ich an, einzuſehen Du wirſt Dich dadurch nicht verletzt fühlen, Max wie gut es in gewiſſer Beziehung war, daß wir nicht vermählt wurden, daß ich noch zu Hauſe bei meiner Schweſter war, und daß nach Allem, was ſie und nur ſie von dem weiß, was mir dieſes Jahr begegnet iſt, ſie nicht den Troſt, den ich ihr vielleicht zu bieten im Stande bin, aus dem Grunde zurück⸗ weiſen kann, daß ich ſelbſt noch keinen Kummer ken⸗ nen gelernt.

Was mich perſönlich betrifft, ſo fürchte Richts.