Andenken im Familienleben nie mehr geweſen iſt als ein vorübergehender Schatten.
Heute aber, wo Jeder, der zu meinem Fleiſch und Blut gehört, mir näher zu ſtehen ſchien, dachte ich mehr als Ein Mal an ihn; ich verſuchte mir die umſtände ſeines furchtbaren Endes zurückzurufen und mir ihn dann als einen geläuterten Geiſt zu denken, der auf dieſen Ufern von Beulah umher⸗ wandelt. Vielleicht blickt er jetzt herab auf mich, den damaligen Säugling, den er, wie man mir erzählt, einmal während ſeiner verzweifelten Beſuche im Vaterhauſe aus der Wiege riß und küßte. Er weiß jetzt, was in den letzten Tagen mit mir vorge⸗ gangen iſt, und wünſcht mir ein glückliches Leben mit meinem theuern Max.
Ich zog Max's Brief aus der Taſche und las ihn im Sonnenſcheine und unter freiem Himmel noch⸗ mals durch.
O, welches Glück, zu wiſſen, daß man ſich gegenſeitig glücklich machen kann, vollſtändig glücklich! O, wie gut muß ich nun werden!
Was die Ereigniſſe betrifft, die ihm ſo viel Pein verurſacht haben und die er Papa und mir noch zu erzählen hat, ſo machen mir dieſe keine große Sorge. Wayhrſcheinlich giebt es keine Familie, in welcher nicht eine derartige peinliche Enthüllung


