Teil eines Werkes 
3. Band (1861)
Entstehung
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annehmen in heftiger Leidenſchaft oder unter Umſtänden tödtete, welche ihm alle Beſinnung ge⸗ raubt? wenn er ſein Verbrechen auf jede mögliche Weiſe bereu't und geſühnt, wenn er das verlorene Leben durch ſein eigenes zurückerkauft. nicht durch Sterben, ſondern durch die lange Qual des Lebens?

Ja, ſagte ich,ich kann mir wohl denken, daß die Exiſtenz eines Verbrechers oder eines Menſchen, der vor ſeinem eigenen Gewiſſen als ein ſolcher da⸗ ſteht, zum Beiſpiel ein Duellant weit ſchrecklicher iſt als der Tod auf dem Schaffot.

Sie haben Recht ſolche Fälle habe ich geſehen.

Dies läßt ſich nicht bezweifeln, denn wie ein Offizier mir einmal ſagte, betrachtet der Militair⸗ ſtand das Duell immer noch als die nothwendige Vertheidigung der Mannesehre.

Die durch unſer Geſpräch angeregten Erinnerun⸗ gen waren augenſcheinlich ſehr ſchmerzlich, ſo daß ich vorſchlug, dieſes Thema, welches nicht blos pein⸗ lich, ſondern auch unfruchtbar zu ſein ſchien, ruhen zu laſſen.

Nicht ganz unfruchtbar. Würden Sie übri⸗ gens eine Wahrheit ruhen laſſen, weil ſie zufällig ſchmerzlich oder peinlich iſt? Das ſieht Ihnen nicht ähnlich. Ich hoffe es auch nicht.

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