Teil eines Werkes 
2. Band (1861)
Entstehung
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entkommen, hätte die Verzeihung ihrer Eltern erlangt und wäre wiedergekommen, um als Miſtreß Mon⸗ tague die Rolle der Hausfrau zu ſpielen, ſo kann man ſich darauf verlaſſen, daß ſie und Romeo ein⸗ ander binnen Jahresfriſt ſatt gehabt, ſich mit einander gezankt und von einander getrennt hätten, worauf ſie ſodann ſich doch noch mit Paris getröſtet haben würde, der im Ganzen genommen auch ein ſehr guter, wohlgezogener junger Mann zu ſein ſcheint. Meinen Sie dies nicht auch, Doctor Urquhart? das heißt, wenn Sie nämlich Shakeſpeare geleſen haben.

Er ſchien zu glauben, daß dies nicht der Fall ſei. Ich antwortete, mir ſei in Bezug auf dieſes Drama oft aufgefallen, daß Shakeſpeare damit blos die Liebe eines ganz jugendlichen Paares habe erzählen wollen.

Ob dieſe Leidenſchaft, fuhr ich fort,auch Dauer gehabt hätte, darüber braucht man eben ſo wenig Vermuthungen anzuſtellen als es der Dichter thut. Genug, daß, ſo lange es dauert, es ein wahres und ſchönes Gemälde jugendlicher Liebe iſt das heißt von dem Ideal, welches die Jugend ſich von der Liebe macht, obſchon die Liebe reiferer Jahre oft etwas weit Tieferes, Höheres und Beſſeres iſt.

Hier brach Miſtreß Treherne wieder nach ihrer

eiſe in ein herzliches Gelächter aus und beſchuldigte