„Ja! Gott ſei Dank, es iſt Alles überſtanden!“ rief John, als er ſeinen Arm um Urſula ſchlang und in ihr leidendes Antlitz blickte, aus dem ihm aber immer wieder das ihr eigenthümliche Lächeln ent⸗ gegenſtrahlte, dies helle, muthige Lächeln, das Nichts verwiſchen konnte.„Und nun müſſen wir ſehen, wie wir Dir eine kleine Erfriſchung verſchaffen.“
„Unſinn! Ich bin ſo wohl wie nur möglich, Doktor Jeſhop hat mir noch heute Morgen geſagt, daß ich jünger denn je ausſähe. Ich, eine Mutter von ſo vielen Kindern und dreißig Jahre alt! Nun, Onkel Phineas, bitte, ſehe ich ſo alt aus wie ich bin?“
Ich konnte nicht Nein ſagen, beſonders jetzt nicht. Aber ſie nahm es ſo liebenswürdig auf, war ſo gleichgültig dagegen, daß ich, und ſicherlich ihr Mann auch, eine lieblichere, heiligere Schönheit in ihrem bleichen Antlitze entdeckten, die uns zu einer größern Liebe zwang, als aller Schmelz ihrer Jugend es vermocht hatte. Glücklich die Frau, die über ihr Altwerden nicht erſchrickt!
„Liebe!“ John nannte ſie gern ſo, und ge⸗ brauchte das Wort, als ſei es ihr Taufname, der, wie in allen mit Kindern geſegneten Familien längſt in der allgemeinen Benennung„Mutter“ untergegan⸗ gen war. Ich bezeichnete ſie etwas feierlicher„die


