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erſtes Begegnen war vor Fremden geweſen, wo Beide mit großer Sorgfalt vermieden hatten, anders wie gewöhnlich zu erſcheinen, und kein Wort, keine Miene hatte denn auch ihr verändertes Verhältniß verrathen. Als es aber nun zum erſten Male nothwendig ward, Miß Silver wie eine erwählte Tochter zu empfangen, ihr mit dem natürlichen Gefühl entgegen zu treten, das unter dieſen Umſtänden eine Frau der Andern zeigt, und zwar mit Wärme und Herzlichkeit einer Mutter für die Frau ihres Sohnes,— da machte ſich der Mangel, der traurige Mangel deſſelben recht fühlbar.
Mrß. Halifax ſtand, vergeblich nach Selbſtüber⸗ windung ringend, in dem Fenſter des Eßzimmers.
„Könnte ich ſie nur lieben! wenn ſie mich nur zwingen könnte, ſie lieb zu gewinnen!“ flüſterte ſie leiſe vor ſich hin.
Ich hoffte aus dem tiefſten Grunde meines Herzens, daß Edwin ſie weder verſtanden, noch ge⸗ ſehen haben würde, wie ſie unwillkürlich zurücktrat, als er dies hübſche Mädchen ſeiner Mutter zuführte, auf die er ſo ſtolz zu ſein ſchien, dieſe glückliche, ihm verlobte Braut. Manche Naturen erweicht das Glück, wie Frühling und Sonnenſchein;— mit in Thränen ſchwimmenden Augen blickte Louiſe zu ihr auf.


