Teil eines Werkes 
6. Band (1860)
Entstehung
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Endlich ſchrieb er auch noch an Andere als an die Mutter, worauf dann Walther und Maud in langen Familien⸗Erzählungen antworteten, und zuletzt kam es dahin, daß ſie ohne Scheu, ja, mit einer Art Stolz und Freude,von meinem Bruder ſprachen, der im Auslande iſt. Die Familien⸗Wunde war bei⸗ nahe geheilt, der Familien⸗Friede faſt gänzlich her⸗

geſtellt, ſo, daß Maud ſich ſogar einbildete, Guy

müſſezu unſerer Hochzeit wieder nach Hauſe kom⸗ men; doch hatte ſie niemals genau alle Umſtände der Vergangenheit erfahren und war auch übrigens noch zu jung, um Liebes⸗Angelegenheiten zu verſtehen.

Ja, ſo gnädig war Alles durch die Zeit gemildert.

daß uns Aelteren jene drei ſchweren Tage oft wie ein Traum erſchienen, und uns war, als ſei dies gefürchtete Jahr ſo ruhig wie jedes andere an uns vorübergegangen. Nur hatte dieſer Zeitraum Ur⸗ ſula's Haare von braun in grau verwandelt, und John erwähnte es damals zuerſt, doch nur geſprächs⸗ weiſe, ſo, daß ich mich kaum erinnern kann, wo und wann es geſchah, eines leiſen Schmerzes, der zwar zu gering ſei, um darüber zu klagen, ihm aber eine Warnung bei dem Hinaufgehen des Enderly⸗Berges werde, daß er nicht mehr ſo gut ſteigen könne wie in ſeiner Jugend. Ich antwortete ihm lächelnd, daß wir Beide alt würden, und uns darauf gefaßt