und da er ſchnell und gelehrig war, ſo nahm ihn Jael in ihren beſondern Schutz. Dabei ſah ich bald, wie der beſagte kleine Jem, wenn er im Hauſe oder im Garten in meine Nähe kam, der vortreff⸗ lichſte kleine Page war, den ein Kranker nur finden konnte; er ſchien inſtinktmäßig alle meine Bedürf⸗ niſſe und die mir angenehmen Dienſte zu errathen, und erfüllte ſie mit der größten Hingebung, was mich zuerſt überraſchte und oft langweilte. Aber ſpäter erkannte ich es beſſer.
Der Sommer verſtrich, und mit ängſtlichen Blicken ſah das Volk auf die ſchlechtſtehenden Korn⸗ felder, wie Jael mir erzählte, wenn ſie von ihren Nachmittagsſpaziergängen heimkehrte;„es ſei jäm⸗ merlich mit anzuſehen,“ verſicherte ſie,„wir wären doch erſt im Juli und doch koſte das Korn doppelt ſo viel wie ſonſt, und das Mehl ſei kaum zu be⸗ zahlen.“
Und dann ſah ſie auf unſere Kornmühle hinüber, wo an verſchiedenen Tagen in der Woche das Waſſerrad eben ſo unbeweglich wie ſonſt an Sonntagen ſtand; denn mein Vater verbrauchte nicht gleich das gekaufte Korn, ſondern hob es auf, weil er nach ſeiner Erfahrung an eine ſchlechtere Ernte als die letzte glaubte. Aber wenn auch Jael Richts ſagte, ſo fielen ihre Blicke doch oft auf die Mühle


