Teil eines Werkes 
1. Band (1860)
Entstehung
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ſchlechts, Sanftmuth oder Zärlichkeit, an den Tag legte. Es hatte auch jetzt offenbar Zank in der Küche gegeben.

Phineas der Junge hat ſein Eſſen bekom⸗ men, Du darſſt ihn nun nicht länger aufhalten. Ich kann es nicht zugeben, daß Du Dich mit dieſem Betteljungen abquälſt.

Ein Betteljunge! Der Gedanke kam mir ſo ſpaßhaft vor, daß ich mich eines Lächelns nicht erwehren konnte, als ich ihn anſah. Er hatte ſich das Geſicht gewaſchen und ſeine ſchönen Locken ge⸗ kämmt. Seine Kleider, zwar abgetragen und ge⸗ flickt, waren aber nicht ſchmutzig, und es lag eine ſo roſige, geſunde Friſche in ſeiner klaren Geſichts⸗ farbe, daß man ſah, er liebe und verehre das Ele⸗ ment des Waſſers, das arme Leute ſonſt gewöhnlich verabſcheuen. Und nun die Krankheit des Hungers von des Knaben Antlitz verſchwunden war, konnte man ihn, wenn auch nicht gerade ſchön, aber doch als hübſch bezeichnen. Wahrhaftig, ein hübſcher Bet⸗ teljunge! Ich hoffte, er ſollte Jael's Bemerkung nicht gehört haben, doch war dem nicht ſo.

Madame! ſagte er mit einer Verbeugung in der beſten Laune, ja ſelbſt mit einem leiſen Anfluge von Scherz:Sie irren; ich habe nie in meinem Leben gebettelt, denn ich bin ein Menſch mit voll⸗