79
die Unglaͤubigen andaͤchtig beiwohnte, wurde durch ein Eoikt die unſinnige Unterſcheidung zwiſchen al⸗ ten und neuen Chriſten aufgehoben; eben ſo ſteuerte er mehreren Unfugen, die im Punkte der Ehen laͤn⸗ gere Zeit hindurch getrieben wurden. Die Natio⸗ nalinduſtrie zog von Neuem ſeine beſondere Sorg⸗ falt an; die Hochſchule Coimbra verdankte ihm we⸗ ſentliche Verbeſſerungen, und wenn die Wiſſenſchaf⸗ ten nicht zu derſelben Bluͤthe kamen, als von ſo ei⸗ frigen Anſtrengungen, wie die ſeinen, erwartet wer⸗ den mochte; ſo muß man billig bedenken, daß das Geiſtige nicht die Frucht eines einzigen Geſchlechts⸗ alters, noch des gewaltigen Willens einer einzelnen uͤberwiegenden Natur iſt, ſondern daß vom folgen⸗ den Geſchlechte erſt geerntet werden kann, was das fruͤhere geſaͤet hat.
Wir haben die Reihe der Reformen Pombals im Innern von Portugal, ſeine Kaͤmpfe wider die Jeſuiten, die Anſtalten der Hierarchie und den Ob⸗ ſturantismus, ſo wie den Zuſammenhang der diplo⸗ matiſchen Verhaͤltniſſe zum Auslande bis dahin un⸗ unterbrochen dem Leſer voruͤbergefuͤhrt, damit der Faden der Erzaͤhlung weniger zerriſſen werden moͤchte. Jetzt aber, bevor wir dem Ende der Regierung D. Joſo's und dem Falle des maͤchti⸗ gen Miniſters zueilen, iſt es an uns, die hoͤchſt in⸗ tereſſante Epiſode des Kampfes einzuſchalten, wel⸗ chen Portugal im Jahre 1762 mit Spanien beſtan⸗ den hat. Gegen unſeren Grundſatz, kriegeriſche Begebenheiten, die an ſich und in der Hauptſache ſtets das ermuͤdende Gepraͤge des Einerlei tragen, nur kurz und abgeriſſen zu erzaͤhlen, inſofern nicht


