wol bald das Tanzen ganz und gar einſtellen müſſen, denke ich mir.“
„Und weshalb denn?“
„Nun, Tante Johanna wird gewiß nicht erlauben, daß Du als ihr Ehemann die jungen Damen im Tanze ſchwingſt. Wenn man eine vier und vierzigjährige Frau heirathet und ſelbſt höchſtens dreißig iſt, ſo wird man wol die Rolle eines Greiſes ſpielen müſſen.“
Thure hatte Anna's Hand ergriffen, um ſie in den Tanzſaal zu führen, ließ ſie aber jetzt plötzlich fallen. Er richtete ſich in ſeiner ganzen Größe empor und ſchaute das kleine Mädchen mit gereizten Blicken an.
„Wann wirſt Du endlich einmal mit dieſen un⸗ paſſenden Scherzen aufhören?“ fragte er mit gedämpf⸗ ter Stimme.
„Wenn Du aufhörſt, Dich wie ein elender Feigling zu betragen,“ antwortete Anna im beſtimmten Tone. „Ich betrachte Dein Betragen als unwürdig. Um bei der Tante wohl angeſchrieben zu ſein, ſchmeichelſt Du ihren Schwächen und gibſt Dir den Schein, ihr Be⸗ wunderer und Anbeter zu ſein, während Dein Herz doch an einer andern hängt. So lange Du dieſe ver⸗ ächtliche Rolle ſpielſt, werde ich Allen und Jedem ge⸗ genüber und bei jeder Gelegenheit darüber ſpotten.


