Teil eines Werkes 
2. Band (1863)
Entstehung
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ches unwillkürlich das Auge feſſelte, während ſie als Modell für das Schöne gebildet zu ſein ſchien, ſo tadellos war ſie. Fügt man dazu, daß der Gang und die Bewegungen zu gleicher Zeit etwas Edles, Elaſtiſches, Lebendiges und Angenehmes hatten, ſo wird man finden daß ſie ſchon beim erſten Anblick Intereſſe erregen mußte.

Ein großer, breitkrämpiger italieniſcher Hut, wie man damals ſolche trug, beſchattete den größten Theil des Geſichts und machte nur den unteren Theil zu⸗ gänglich für neugierige Blicke. N Man konnte ein ſchön geformtes Kinn und einen

Mund ſehen, deſſen charakteriſtiſcher Zug der Ent⸗ ſchloſſenheit und Kraft hie und da durch ein jugend⸗ hich friſches und herzensgutes Lächeln zurückgedrängt wurde.

Sie hatte bereits am Beginn der Allee den jungen Mann bemerkt.

Ein feines Lächeln kräuſelte ihre Lippen, als ſie ihn wahrnahm; dieſes verſchwand jedoch raſch, und während ſie ſich ihm näherte, nahmen ihre Züge das Gepräge tiefen Schwermuths an.

Als ſie an den Träumer herangetreten, ſagte ſie mit klarer und klangvoller Stimme; Guten Tag, Herr Lieutenant!

6 Der junge Mann wandte ſich haſtig um. leber ſeine Stirne flog eine dunkele Röthe, als er zu gleicher Zeit kalt und ehrfurchtsvoll den Gruß erwiederte.

Ich habe, bemerkte das junge Mädchen, den ganzen Weg die Allee herauf mich darüber ge⸗ wundert, daß Sie ſo unbeweglich ſtanden. Ich ſuchte vergebens die Urſache zu errathen.