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ſo will ich zum erſten Male ſeit meiner faſt zwan⸗ zigjährigen Regierung an Eurem Arme auch das Innere desſelben in Augenſchein nehmen, den Schloß⸗ hauptmann überraſchen und mir einige Gefängniſſe
aufſchließen laſſen. — Wie, ſitzt nicht auch jene ſtolze Heuchlerin
dort, die Euch verrathen und mich, die Mutter Cäſars,
ſo tief gekränkt hat?
— Allerdings! Und hauptſächlich ihretwegen wünſche ich das Innere dieſer Veſte kennen zu lernen. Sie hat Euch oft gekränkt..— Heute ſoll Euch glänzende Genugthuung werden. Die Gräfin hat mich ſchmachvoll vertathen. Ich will jetzt ein Exempel ſtatuiren!
— Ihr erſchreckt mich! Ich fürchte mich!
— Was fällt Euch ein, närriſches Kind? Sag⸗ tet Ihr nicht kurz vorher: Vor wem ſollte Clelta ſich fürchten, ſo lange ſie Kaiſer Rudolph liebt?
— Und liebt Ihr mich wahr und wahrhaftig?
— Ich liebe Euch wie mich ſelbſt!
— Nun, dann kenne ich keine Furcht und folge Euch, wohin Ihr begehrt.
— Ich liebe dieſen großen, ſchönen Muth! ſagte Rudolph und drückte, gleichſam wie zum Ab⸗ ſchied, einen Kuß auf ihre Stirn.


