Teil eines Werkes 
3. Band (1856) Kaiser Rudolph II. und seine Zeit
Entstehung
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die Feſtung Gran mit Sturm zurückerobert. Cigala's Unterfeldherren zogen als Sieger in Veszprim, Pal⸗ loda, Wiſſegrad und Neuhäuſel ein. Der Großweſier unterwarf die Wallachei, ſetzte hier einen neuen Für⸗ ſten, und Stephan Botſchkay, ſeinen muthigen Bun⸗ desgenoſſen, im November zum Könige von Ungarn ein.

Die Gefahr der von allen Seiten heranſtürmen⸗ den Türken, Tartaren, Siebenbürgen und Szekler war jetzt ſo groß, daß Erzherzog Matthias, im Namen des Kaiſers, Sigismund Forgacz an Botſchkay ab⸗ ſandte, um durch ihn einen Waffenſtillſtand zu er⸗ wiürken und den von beiden Theilen heimlich erſehn⸗ ten Frieden herbeizuführen.

Letzterer, fuͤr den Halbmond durch ſeinen mit dem Shah von Perſien fortgeführten Krieg nothwen⸗ dig geworden, ward nach langen Unterhandlungen endlich doch am 11. November 1606 zu Sitvatorok auf zwanzig Jahre abgeſchloſſen. Oeſterreich behielt

das, was es hatte, und bekam außerdem noch Wai⸗

zen zurück; die Türken behielten Ofen, Gran, Erlau und Kaniſcha, Sultan Achmed I. erhielt vom Kaiſer ein Geſchenk von zweimalhunderttauſend Thalern, und Botſchkay, zum Fürſten von Siebenbürgen ernannt, entſagte zu Gunſten des Kaiſers der Krone von Ungarn. Den Ungarn aber ward Religionsfreiheit zugeſichert.