Teil eines Werkes 
3. Band (1856) Kaiser Rudolph II. und seine Zeit
Entstehung
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ſich als Feinde, die ſich ſeitdem gegenſeitig haſſen und gleich gründlich verachten.

Siebenzehn Tage ſpäter gerathen ſie in einen neuen, noch viel heftigern Streit, der mit einer Her⸗ ausforderung endet! Am 29. December kommt's zum Duell. Parsberg ſchlägt ihm die Naſenſpitze ab.

Das, was in Folge jenes Malheurs geſchehen iſt, ſoll uns einer der vielen Beſchreiber ſeines Le⸗ bens, Philander von der Weiſtritz, Wort für Wort in ſeiner patriarchaliſch⸗naiven Stylweiſe berichten:

In dieſer Attaque(ſchreibt jener gute Phi⸗ lander Seite 39) verlor Tycho von Brahe ſeine Naſe. Indeſſen mußte Tycho von Brahe, da er nicht gewohnt war, ohne Naſe zu ſein, ſich wegen einer neuen Naſe Unkoſten machen. Er war nicht vergnüget, ſich eine wächſerne Naſe anſetzen zu laſſen, wie Andere thun, ſondern er ließ ſich eine von Silber und Gold zuſammengeſchmelzete Naſe verfer⸗ tigen. Dieſelbige war ſo ſauber gemacht und ver⸗ kleiſtert, daß ſie das Anſehen einer natürlichen Naſe hatte. Wilhelm Janſonius, der mit Tycho von Brahe zwei Jahre umgieng, hat erzählet, daß Tycho von Brahe allezeit eine kleine Schachtel voll mit Leim und Salbe bei ſich trug, welche er allezeit brauchte, auf die Naſe zu ſalben.