Teil eines Werkes 
3. Band (1845)
Entstehung
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S ihnen ſchluͤpfrige Romane von Crebillon zu leſen. Jeden Morgen bekamen ſie erhitzende Getraͤnke, jeden Mittag erhitzende Speiſen. Um ihre Eitel⸗ keit zu reizen, gab man ihnen praͤchtige Kleider, koſtbare Geſchmeide. Der Koͤnig nahte ihnen bald unter dieſer bald unter jener Maske. Durch⸗ ſchaute eines dieſer Maͤdchen die Maske ihres ko⸗ niglichen Verfuͤhrers und machte ſie die Preten⸗ ſion, des Koͤnigs Maitreſſe zu werden, ſo ſorgte Frau von Pompadour, die unſichtbare Hand, die dieſe Wolluſtpuppen in Bewegung ſetzte, daß das Maͤdchen ſchnell hinter den Couliſſen verſchwinde: man gab ihr ein harmloſes Puͤlverchen und das Maͤdchen verſtummte. Die aber, welche ſich den Luͤſten des Koͤnigs freiwillig vpferten, wurden reich⸗ lich von ihm beſchenkt, und ſobald er ihrer Reize uberdruͤßig war(was in der Regel ſehr bald ge⸗ ſchah), mit einer Ausſteuer von 200,000 Francs in ihre Provinzen zuruͤck geſchickt. Die Aeltern des Maͤdchens druckten dann ein Auge zu, denn ſie wußten, daß ihr Töchterchen mit einer ſolchen Nitgift immer noch einen Mann finde, der ſich