Teil eines Werkes 
3. Band (1845)
Entstehung
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Temperamente zuſchreiben. Iſt es meine Schuld, daß die Natur mich fuͤr gewiſſe Freuden weniger empfaͤnglich gemacht, als andere Frauen?...

Zum Gluͤck ward jetzt die Herzogin von Bran⸗ cas, Ehrendame der Dauphine und Freundin der Marquiſe, angemeldet. Das Geſpräͤch nahm eine andere Wendung.

Seit jenem Tage bemerkte Madame du Hauſ⸗ ſet, daß ihre Gebieterin jeden Morgen Chocolade mit Vanille und Ambra, jeden Mittag Sellerie⸗ ſuppen und Truͤffeln, und jede Nacht vor dem Schlafengehen 30 Tropfen einer braunen Tinctur nahm, die ſie von einer ihrer Freundinnen, der Frau von Chateau⸗Renaud erhielt. Aber alle dieſe NMittel verfehlten ihre Wirkung.

Himmel! rief Frau von Pompadour, wa⸗

rum gabſt Du mir nicht das Temperament der Monteſpan! Der Koͤnig wird die Freuden, die ich ihm nicht mehr bereiten kann, bei Andern ſuchen: er wird mir untreu werden. Meine Eifer⸗ ſucht wurde das Uebel verſchlimmern: ich will den entgegengeſetzten Weg einſchlagen und ſeine Untreue