Teil eines Werkes 
2. Band (1845)
Entstehung
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352 Der Graf ſpielte ein Concert von ſeiner eignen Compoſition und zwar mit einer ſolchen Bravour, daß Alles in Entzuͤcken ſchwamm und, von En⸗ thuſiasmus hingeriſſen, Beifall jauchzte.

Sein Adagio war ſo ſchmelzend, daß jeder Ton zu Thraͤnen ruͤhrte; ſein Allegro hingegen ſo keck und feurig, daß man drei Violinen zu hoͤren glaubte. Frau von Pompadour, ganz außer ſich, waͤre aus dem Bette geſprungen und ihm um den Hals gefallen, haͤtte ſie ſich nicht vor ihren Gaͤſten genirt. Auch die andern waren dergeſtalt in Ex⸗ ſtaſe gerathen, daß ſie den Grafen fuͤr ein uͤber⸗ irdiſches Weſen hielten, das ſie in dicke Weihrauch⸗ wolken einhuͤllten. Mit der liebenswurdigſten Be⸗ ſcheidenheit wies er das Lob zuruͤck, das ihm in ſo uͤberreichem Maße gezollt ward.

Man plauderte noch ein Weilchen und ſetzte ſich dann im Nebenzimmer zur Tafel. St. Ger⸗ main war der Einzige, der nicht.

Als der Graf ſich ſpaͤter entfernte, ſchenkte er dem Kammerdiener, der ihm leuchtete, einen Dia⸗ mantring. Gourbillon zeigte ihn der Kammerfrau