— Was ſagen Sie dazu, Doctor? fragte Frau von Pompadour ihren Leibarzt.
Dr. Quesnay hatte jetzt eine Gelegenheit, den ganzen Fond ſeiner Gelehrſamkeit auszukramen. Er raͤuſperte ſich und ſprach:
— Ich halte die Kunſt, Perlen zu machen, nicht fuͤr unmoͤglich. Die Perlen, die man am haͤufigſten in der Perlenmuſchel findet(mytilus margaritiferus), ſind, meiner Anſicht nach, weiter nichts als kleine, durch Zufall in die Muſchel— ſchale hineingefallene Steinchen, welche das in⸗ wohnende Thier, das ſich dadurch gedruͤckt und belaͤſtigt fuͤhlt, mit ſeinem Schleime uͤberzieht. Philoſtratos erzaͤhlt, daß ſchon zur Zeit der Ro⸗ mer die Orientalen kuͤnſtliche Perlen dadurch er⸗ zeugten, daß ſie die Muſchel anbohrten, kleine Steinchen hineinpracticirten, die Muſchel wieder ins Waſſer warfen und ſie da einige Jahre liegen ließen, ſpäter herausgefiſcht, die ſchoͤnſten Perlen enthielten. Die Perle bedarf ſieben Jahre zu ihrer Ausbildung— das Thier ſtirbt dann an Indi⸗ geſtion. Erſt vor Kurzem habe ich irgendwo ge⸗


