Teil eines Werkes 
2. Band (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

321

ihr ſchon damals Lob und Weihrauch, Blumen und Verſe geſtreut.

Schade, ewig Schade, hatte Voltaire ge⸗ ſagt, der ſich beſſer als mancher Andere auf die Kunſt zu ſchmeicheln verſtand, daß Sie, gnädige Frau, nicht Schauſpielerin geworden. Ich haͤtte Stuͤcke fuͤr Sie geſchrieben und Ihnen Rollen ein⸗ ſtudirt. Melpomene und Thalia haͤtten in Ihnen eine ihrer talentvollſten Prieſterinnen begruͤßt. Sie waͤren das glaͤnzendſte Geſtirn der Buͤhnenwelt, der Abgott des Publikums, das Schooßkind der Kritik geworden.

Frau von Pompadour hatte das nicht vergeſſen.

Eifrig bemuͤht, ſich dem Koͤnig ſtets von einer neuen angenehmen Seite zu zeigen, hatte ſie den Entſchluß gefaßt, im Schloß zu Verſailles ein neues Liebhabertheater zu errichten. Das Medail⸗ lencabinet wurde in eine Buͤhne verwandelt. Frau von Pampadour theilte hier, wie in der politiſchen Welt, die Rollen aus. Der ganze Heof riß ſich um die Gunſt, ein Roͤllchen zu erhalten, war es auch noch ſo klein und unbedeutend. Ein bekann⸗