Teil eines Werkes 
Die Heimkehr oder Was fehlt uns? : eine Erzählung für das Volk / von O. Glaubrecht
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zog.Der Golſerhannes will ein Betbruder werden, ihr Nachbarn! rief ein alter ſchnurrbärtiger Mann, mit etwas gekrümmtem Rücken.Der Golſerhannes ein Betbruder! ſchrieen ſie lachend durcheinander. Ja, rief der Rothbäckige, er geht aus einem Wirthshaus in's andere; man muß hübſch ſeiner Kirche treu bleiben; zu viel iſt ungeſund! Ein wieherndes Gelächter war der Lohn für die gottesläſterliche Rede. Das galt als Witz in Langenfeld. Unter Chriſten gilt das Schriſtwort:Laſſet kein faul Geſchwätz aus eurem Munde gehen.Und ich ſage euch, daß die Menſchen müſſen Rechenſchaft geben von einem jeden unnützen Worte, das ſie geredet haben.

An das Schriftwort ſchien auch der Fremde zu glauben, denn als die Bauern ſich umdrehten, Einer nach dem Andern, um zu ſehen, wie ihm der Witz ge⸗ fallen, da ſah der Fremde ſo ernſt drein, ſo ſchrecklich ernſt, daß der Jubel plötzlich verſtummte. Nun ſpra⸗ chen die Bauern leiſer mit einander, aber aus ihrem. plötzlichen Auflachen konnte man ſchließen, daß manches Wort da geredet ward, was nicht lieblich war zu hören.

Indeſſen brach der Jubel wieder neu aus, als der längſt erwartete Golſerhannes kam. Der trat mit einem pfiffigen Geſicht zur Thür' herein, ſtellte ſich gravi⸗ tätiſch vor den Wirth, machte eine tiefe Verbeugung, und ſprach:Hochachtbarer Stophel März, König aller Wirthe in Langenfeld und in aller Welt, vergebt mir meine Untreue, ich habe heute aus beſonderem Durſt ein Gläschen bei'm Käsperchen getrunken. Der Wirth, der ſonſt in ſolchen Redensarten nicht unbe⸗ wandert zu ſeyn ſchien, ſah den Fremden an, und der