Teil eines Werkes 
2. Band (1850)
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Durch die großen und hellen Fenſter eines ſtattlichen Hauſes am Markte zu m blickte die Februarſonne von Anno 1838 ebenſo freundlich als mild in ein Stübchen, das, mehr lang als

breit, ſich neben der Apotheke hinzog, deren Thür auf die Hausflur

mündete. Das Haus aber war eben die Apotheke zum Pelikan, und das Stübchen des Herrn Apothekers Wohnung. 3

Wer da glauben wollte, daß er und ſeine gewichtige Ehegenoſſin

dies Stübchen aus Noth zur Wohnung gewählt, der hätte fehlge⸗ ſchoſſen; denn des Raumes war genug da in dem großen Hauſe; vielmehr kam das aus purer Pietät, und nebenbei aus alter Gewohnheit. Hier hatten die Eltern gewohnt, und hier hielt er ſich ſeit ſeiner Jugend auf, ergo blieb er da. Seine Gattin liebte auch das heimliche Stübchen, weil ſie aus dem Eckfenſter, wo ihr Seſſel auf einem Auftritte ſtand, nicht bloß den Markt, ſondern X die zwei belebteſten Straßen des Städtchens überſehen, und ohne 8

Mühe Notiz nehmen konnte von jedem neuen Anzug und dergleichen mehr, was einer ordentlichen Frau wichtig iſt.

Das Stübchen war ungemein wohnlich. An der ſchönen Glanz⸗ tapete mit abgeſetzten Bouuets hingen einige alte Bilder in Oel emalt, die, längſt bedentend geſchwärzt, eben nur noch erkennen itießen, daß das eine ein holländiſches Bohnenfeſt darſtellte wit aller derben Natürlichkeit, welcher man ſo oft in dieſem Geure begegnet; das andere aber ein Viehſtück war, in dem der Bu wie auch ſonſt, prädominirte. Der Apotheker nannte m Stolz das erſtere einen Mieris, das zweite einen Klomp

epräſentanten der alten Kunſt reihten ſich denn nun i