konnte, die zu Hunderten ſich in der warmen Flut herumtummelten. Ganz nahe bei der Stelle ſaß eine jubilirende Nachtigall; ſonſt 1 war's ſtille und die Ahr floß ſanft dahin. An dieſem heimlichen Plätzchen ſaß ein Junge von neunzehn Jahren und flocht eifrig Rumpen für den morgenden Fang, während gndere ſeines Alters ſchon ſchliefen oder mit den Mädchen majeten*) und ſchäkerten oder in Haufen ſingend durch die Gaſſen zogen. Es war ein netter Junge, der ſo eifrig Rumpen flocht, ein bildhübſcher Junge mit friſchrothen Wangen, ſchwarzbraunem Haar und ein paar Augen, die glänzten wie zwei Sterne. Gewachſen war er wie die ſchlanke Erle am Ahrufer, und mehr als ein paar Mädchenaugen ſahen dem friſchen Hubert nach, wenn er ſo ſchnacks vorüber ging. Manche dachte bei ſich: ſchade, daß der nette Junge ſo arm iſt!
Das war nun freilich nicht zu leugnen. Hubert war einer armen Wittwe Sohn. Sein Vater, ein Fiſcher und Winzer wie er, war Anno 1770 ertrunken, als die Ahr durch einen Wolkenbruch angeſchwollen ein erſchrecklich Unheil angerichtet. Er wollte ein Weib retten, das mit den Wellen rang, und ertrank mit ihr, da ſie ſich, ſeinen Arm lähmend, an ihn feſtgeklammert hatte. Unter der Mutter Thränen, unter Entbehren und Noth war er aufgewachſen,
hatte betteln und Bettelbrod eſſen müſſen, bis er arbeiten konnte, und ernährte nun ſeine alte Mutter als treuer Sohn, und trug ſie auf den Händen. Am Tag arbeitete er im Weinberg und Nachts
tſtrickte er Netze, flocht Rumpen für den Fang, wenn die Zeit kam,
blau, grün d goldgelb zu fürben und damit zierliche Muſten einzuflechten,
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Njen heißt plaubern, zſeß
und Körbe zu allerlei Gebrauch in der Zwiſchenzeit. Darin war er ein Meiſter; beſonders flocht er zierliche Nähkörbchen und Henkel⸗
körbchen für die Mädchen, wenn ſie nach Ahrweiler oder ſonſthin
zu Kauf oder Beſuch gingen. Dazu wußte er die Weiden roth,
daß es eine Luſt war, ſie zu ſehen. Daher kam es denn auch, daß die Mädchen alle Körbchen bei ihm kauften.
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