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leiſe aufſchäumend, brachen, vom reinſten, ſtrahlend⸗ ſten Golde, ſo ſpiegelte ſich die wunderbare Gluth des Abendhimmels und der Sonnenſtrahlen in ihnen. Die Sonne ergoß noch einmal ihre ganze Gluth auf den Himmel, die Gewäſſer und das blühende, grüne Land, welches die Ufer in weiter Entfernung ſäumte, während die ſchneebedeckten Gipfel des hohen Ge⸗ birgszuges, welche die Sierra Nevada heißt, froſtig und fremdartig auf dieſe wahrhaft paradieſiſch ſchönen Umgebungen herüberſchauten.
Kein Wölkchen ſchwamm in dem gluthigen Abend⸗ himmel. Herrlich beleuchtet, lag Liſſabon da mit ſeiner weißen Häuſermaſſe, aus welcher Palaſt an Palaſt, Kirchthurm an Kirchthurm aufſtieg. An den grünen Hügeln reckte es ſeine Häuſermenge, gleich rieſigen Gliedern, hinauf, und dieſe bildeten einen friſchgrünen Rahmen um das ſtolze Bild, aus dem aber wieder die zahlreichen, prachtvollen Landhäuſer der Reichen und Mächtigen, wie einzelne Perlen in dieſem Laub⸗ kranze, hervorblickten. Nur die Feſtungen, welche die Stadt ſchützten und der alte, finſtre Thurm von Belem, in dem die Seufzer ſo vieler unglücklichen Gefangenen an den dumpfen und feuchten Mauern verhallten, blickten drohend und unfreundlich auf die ſchöne Stadt und ihre unbeſchreiblich ſchönen und lieblichen Umgebungen.
Wandte man den Blick von dieſem reizenden Bilde
auf den Strom, ſo ſtellte ſich hier dem Auge wieder ein anderes anziehendes Schauſpiel dar. Da ſegelten große, gewaltige Seeſchiffe den breiten, ſelbſt einem Meeresarme gleichenden Strom hinab, um in See zu ſtechen, wie ſich der Seemann in ſeiner abſonder⸗ lichen Sprechweiſe ausdrückt; andre, vielleicht aus dem


