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Am dritten Tage nach jenem Morgen, wo der Unbekannte heimging, kam eine praͤch⸗
tige Equipage vor das Kloſter gefahren. Ein
fremder Herr mit Stern und Band lehnte aus dem Wagen, und ließ den Prior bitten, ihm einen Beſuch zu erlauben. Er ward an⸗ genommen und in das Sprachzimmer gefuͤhrt.
„Hochwürdiger!“ begann der Fremde ge⸗ gen den ihn begruͤßenden Prior:„ Ich bin der Geheime Rath Graf St, und komme unmittelbar von Wien, um in einer Angele⸗ genheit mit Ihnen zu conferiren, welche dem Allerhoͤchſten Hofe von Wichtigkeit iſt.“ Bei dieſen Worten ſah er im Zimmer rund umher, mit bedeutungsvollem Blicke auf einige viten, welche gegenwaͤrtig waren.
Der Prior, hochverwundert uͤber dieſen er gang, erklärte: daß er nicht begreife, wie er in ſeiner Unbedeutenheit und Abgeſchiedenheit von der Welt, das Auge des Herrſchers habe
auf ſich ziehen konnenz ſedoch ſey er nach
beſſerm Wiſſen und Gewiſſen bereit, auf die
Eroffnungen Sr. Excellenz einzugehen, und
dem Allerhoͤchſten Befehle nachzukommen.“ S2


