Teil eines Werkes 
1. Band (1869)
Entstehung
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des Doctor Anſelmus geſchlichen und beugte ſich tief über ihn, wie um ſich zu überzeugen, daß er auch wirklich ſchlafe. Dann ſchritt er ebenſo leiſe, wie auf Geiſterſocken, gegen den Koffer hin, kniete vor dem⸗ ſelben nieder und war offenbar bemüht, deſſen Schloß aufzuſprengen. Doctor Anſelmus wußte nicht, wie ihm ge⸗ ſchah, alles Blut ſchoß ihm zum Herzen, er wand ſich ſeufzend auf ſeinem Lager, um aufzuſpringen, aber die Kniee, wie mit Bleigewichten beſchwert, verſagten ihm den Dienſt; er wollte um Hülfe ſchreien, aber der Laut blieb ihm in der zuſammengeſchnürten Kehle ſtecken. Eine wahre Verzweiflung kam über ihn, und wie nun gar der Laienbruder mitten in ſeiner Arbeit ſich gegen ihn wandte und ſein erfolgloſes Bemühen höhniſch angrinſte, hätte er toll, hätte er mitten im Kloſter und

trotz des Crucifixes, das über ſeinem Bette hing, des

Teufels werden mögen.

Nun ſprang der Deckel auf und ſogleich wimmelte das ganze Heer der Schachfiguren aus dem Koffer em⸗ por. Einige, die Beherzteſten, ſprangen ſogleich heraus und dem Laienbruder auf die Kniee, andern mußte dieſer mit ſeiner ungeſchlachten Hand nachhelfen, und wieder andere ſetzten ſich erſt rittlings auf die Kante des Koffers und blickten ſchadenfroh zu Doctor Anſel⸗ mus hinüber, der ſie ſo erbarmungslos eingeſperrt.