Teil eines Werkes 
1. Band (1869)
Entstehung
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Dora ſah ihn verwundert an; Doctor Anſelmus hatte nämlich ſeine Furcht, allein zu reiſen, nicht über⸗ winden können und ihr darum gern die Erlaubniß gegeben, ihn zu begleiten, ja er hatte ihr ſogar auf eine oder zwei Stunden des Tages wieder die Schwelle ſeines Hauſes geöffnet, um ungeſtört die Vorkehrungen zur Reiſe treffen zu können. Seinen eigenen Nerven hätte er, wie ihm bekannt war, eine ſolche Anſtren⸗ gung unter keinen Umſtänden zumuthen dürfen.

Er ſtand auf und ſtrich ſich, nachdem er das rothe Fes mit der blauen Quaſte, das er gewöhnlich zu Hauſe trug, abgenommen, zwei⸗ dreimal über das Haupt und legte die dünnen, über den Scheitel herüberge⸗ kämmten ſchwarzen Haare an den Seiten zurecht. Sein

dunkles, großes Auge hatte in dieſem Augenblicke wirk⸗

lich etwas unendlich Schwermüthiges, das durch die blaſſe, durchſichtige Farbe des Geſichtes noch erhöht wurde. Dora ſagte er nach einer Minute Nachdenkens zu ſeiner auf dem Boden vor ihm knieenden Nichte, die damit beſchäftigt war, einen Koffer Fſehtaenlaß das, wir reiſen nicht. Wie, Onkel? rief das Mädchen erſchrocken.

Wir reiſen nicht?

Nein; ich habe es mir überlegt und denke, es iſt beſſer ſo.