Teil eines Werkes 
1. Band (1870)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ihrer Stimme, ihre ſanfte Weiſe geweſen, jetzt das Wort:Sie täuſcht Euch nicht! Dennoch ſagte er, mehr, wie um überhaupt etwas zu ſagen: Nenne, was die Sterne künden! Sibylle. Nun, das Glück, wie es Euch fehlt, Wie Ihr's nie mehr meint zu finden, Weil Euch der Verluſt noch quält! Der Graf wechſelte die Farbe, ſie fuhr fort: Meint Ihr nicht, des Lebens Mai Sei auf immer Euch vorbei?

Nein, wenn's einmal wieder um Euch mait, Wird auch in Euch Frühlingszeit!

Der Graf ſchüttelte doch wieder leiſe das Haupt.

Des Lebens Mai blüht einmal und nicht wieder, Nur einen Frühling hat des Menſchen Herz.

Weißt Du das nicht? Sibylle(Lebhafth).

Ich weiß, merkt wohl, das Herz!

Und Euer früher Lenz lag in den Augen. Die wähnten, es ſei Mai, doch war erſt März, Als eine junge Roſe ſie erblickten,

NMit deren Bild ſich Gure Träume ſchmückten. Die wolltet Ihr zur Wirklichkeit geſtalten, Ihr wolltet, was ſo ſchön erſchien, behalten; Doch, ſtatt bei Euch ſich harlich zu entfalten Und Euch fürs Leben ſüßen Duft zu hauchen, War ſie, die Ihr auf ewig raſch erkoren,

Im nächſten wechſelnden April verloren.

p