Teil eines Werkes 
4. Band (1861)
Entstehung
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Hauche meines Mundes rufen: Gott will es! Gott will es!

Die ſämmtlichen Anweſenden folgten dem Beiſpiele der Königin, welche ſich ſtumm bekreuzte und das Haupt beugte. Auf dem düſtern Antlitz des Erzbiſchofs gab ſich die wilde Begeiſterung ſeines Innern kund, und in ſei⸗ nem dunkeln, tiefliegenden Auge blitzte alle jene rück⸗ ſichtsloſe Energie, welche ſein Alter von mehr als ſech⸗ zig Jahren weder geſchwächt noch gemildert hatte. Der Biſchof Fonſeca war indeſſen entfernt, ſein lange ge⸗ hegtes Vorhaben, den endlichen Sturz des Admirals herbeizuführen, aufzugeben. Den wirkſamſten Grund, um Iſabella's ſchützende Hand von ihm abzulenken, hatte er bis zum Schluße ſeiner Berichterſtattung aufgeſpart, und ſäumte nicht, ihn nunmehr darzulegen, da er den Augenblick für günſtig dazu hielt:

Es ſind abermals zwei Schiffe aus Indien an⸗ gelangt, welche dreihundert Sklaven an ihrem Bord ha⸗ ben. Der Admiral hat ſie den Meuterern bewilligt, welche ſie auf dem Markte von Sevilla verkaufen wollen.

Wie? rief Iſabella unwillig,nach welcher Machtvollkommenheit verfügt Colon alſo über meine Un⸗

terthanen, denn das find dieſe Indianer ſo gut wie die Caſtilianer!