Teil eines Werkes 
2. Band (1861)
Entstehung
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Die Königin lächelte wieder leicht; denn allerdings verfehlte weder die ſanfte, eindringliche Beredſamkeit des Geiſtlichen, noch die feurigere Aufforderung ihrer Nichte des guten Eindrucks auf ihr Gemüth. Sie verſetzte leb⸗ hafter als zuvor:

Allerdings hätte der Genueſe nicht leicht eifrigere Fürſprecher finden können als Euch.

Seine Forderungen, fuhr der Mönch fort, waren groß, doch hängt ja ihre Erfüllung einzig von dem Erfolge ab. Iſt dieſer nicht günſtig, ſo verlangt und erhält er keine Art des Lohns.

Doch würden alsdann die Gelder verloren ſein, welche für ſeine und ſeiner Schiffe Ausrüſtung aus⸗ gegeben wären, bemerkte die Königin wieder nach⸗ denklich.

Eine ſehr bedeutende Summe iſt nicht dazu erfor⸗ derlich, entgegnete der Prior.Du haſt ſo viele Mil⸗ lionen für unſern letzten Kreuzzug geopfert, fromme Toch⸗ ter, daß Du wohl noch einige Tauſende für dieſe Welt⸗ fahrt verwenden kannſt, deren endlicher Zweck Gott nicht weniger wohlgefällig ſein wird.

Der andere Herr hatte bis dahin ſein Antlitz zu der Karte herabgebeugt. Nun erhob er es. Redlichkeit und Herzensgüte prägten ſich unverkennbar darauf aus. Er war ein Schatzbeamter von Arragonien und nannte ſich Luis de St. Angel.