Teil eines Werkes 
2. Band (1845)
Entstehung
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dringenden Augen, und wieder dieſe unter dem ewi⸗ gen Verhöhnen zärtlichen, mitleidigen und feuchten Blicke ſah, deren Engelhuld ſeinem ſo männlichen Herzen eben ſo bitter war, als ſüß. Nein, wer ein ſolches Weſen leben und leiden ſah, kann es nicht beweinen, nur nachahmen.“— Freundlich und ru⸗ hig beſtieg Charlotte Corday die Todesbühne. Als der Henker ihr Bruſt und Hals entblößte, ſchoß das keuſche Blut heftig in das Angeſicht, das doch auf dem langen Wege eben ſo wenig erröthete oder erblaßte, als der Pulsſchlag ſich veränderte. Sie ſelbſt ſoll ſich unter dem Mordmeſſer noch zurecht gelegt haben. Ein Henkersknecht, dem Pöbel das vom Rumpfe getrennte Haupt zeigend, ſchlug einige⸗ mal in das Geſicht und wurde dafür beſtraft. Im Tode noch hatte Charlotte ſich an Adam Lur einen beredten Vertheidiger gewonnen; ja, wenn eine un⸗ verbürgte Sage als Wahrheit gelten dürfte, ſo hätte er, der nie geliebt, ſie, die nie geliebt, in ſo heilige Erinnerung aufgenommen, daß er in der Schrift zu ihrer Vertheidigung ſich ſelbſt ſein Todesurtheil ab⸗ zufaſſen gezwungen war. Er ſagte am Schluſſe die⸗ ſer Schrift: Uſurpatoren vom ein und dreißigſten Mai! Ich ſuchte hier die Herrſchaft der ſüßen Frei⸗ heit, aber ich fand die Unterdrückung des Verdien⸗

ſtes und der Tugend; ich fand den Triumph der

Unwiſſenheit und des Laſters. Müde bin ich, unter ſo viel Laſtern, als ihr begeht, und unter ſo vielem