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Die Nachbarn : eine Jugend- und Volks-Erzählung / von Gustav Nieritz
Entstehung
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densbruder gefunden hatten. Die Laſt ward ihnen ſchon leichter, da ein Dritter ſie mittragen half.

Noch ſtand das vorgeladene Kleeblatt berathend beiſammen, als aus dem Gäßchen rechts und links aber⸗ mals ein Knabe mit geſenktem Haupte, gebeugtem Rücken und trüben Mienen daher geſchlichen kam.

„Ruhlands Ernſt und Sommerfelds Moritz!“ er⸗ tönte ein dreiſtimmiger Ruf den Ankömmlingen entgegen, welche insgeſammt, wie ſichs auswies, einen und denſel⸗ ben Gang thun ſollten.

Die fünf Knaben waren jetzt vereinigt, welche neu⸗ lich die bekannte Badegeſellſchaft gebildet hatten. Warum ſie aber vorgeladen worden wGen konnten ſie immer noch nicht ergründen.

Bald aber ſollte ihnen ein Licht in der Perſon des

Zieglers Münnich aufgehen, welcher mit ſeinen langen

Storchbeinen jetzt um die Ecke bog und nach der Raths⸗ thür nſchritt. Bei dieſem Anblicke verſchwand mit einem Male die

Angſt der fünf Knaben und kein kleiner Unwille trat an

deren Stelle. „Am Ende iſt Er es wohl gar“— redete Heinrich

Hüfner den Ziegler keck an—„welcher uns die Suppe

auf dem Rathhauſe eingeſchnitten hat? Er will mir

gewiß Schmerzensgeld und Kurkoſten für meine Achſel

bezahlen, die er mir mit ſeinem alten Haken aufgeriſſe 7

hat und die immer noch nicht geheilt iſt?“

Der Ziegler fletſchte ſeine Zähne zu einem vner⸗ 6*