116 vater Auguſtens möglich geworden, ſo viel von den eßbaren Geſchenken der Richthauſenſchen Familie zu ſammeln, daß Thomas davon ein Feſtmahl bereiten konnte, welches zwar für verwöhnte Gaumen und ſtarke Eſſer nicht ausreichend geweſen wäre, den fünf Genannten dagegen vortrefflich ſchmeckte. Außer den Ueberreſten einer ebenfalls geſchenkt erhaltenen Flaſche Weines hatte der erkenntliche Stelzfuß noch für einen andern und zwar echten Soldatentrunk ge⸗ ſorgt, der in einer anſehnlichen Gabe Branntwein beſtand und den, der Enthaltſamkeit dieſes Giftes ſich befleißigenden Hauthal in große Verſuchung führte.
„Heute machſt du eine Ausnahme von deiner Regel“— ſprach Thomas zu ſeinem einarmigen Kameraden—„und trinkſt aus einem Glaſe ohne Siegellack. He! wie ſteht's denn gegenwärtig mit deinem Gläschen? Iſt es noch nicht bis an den Rand voll Siegellack getröpfelt?“
„Bis an den Rand noch nicht“— geſtand Hauthal ein—„aber dreiviertel gewiß, ſo daß es nur noch ein kleines Schlückchen in ſich faßt. Aber dennoch bereue ich meine Siegellacktröpfelei nicht. Denn erſtens ſchmeckt das kleine Schlückchen Schnaps mindeſtens ebenſo gut, wo nicht noch beſſer, als ſonſt ein volles Glas, und zweitens hätte ich dir, da du während Guſtens Krankſein nichts verdienen konnteſt, mit meinen erſparten Dreiern nicht unter die Arme greifen können.“
„Sonach ſieht es mit deinen Begräbnißkoſten wohl eben ſo windig aus“— lachte Thomas—„wie mit denen Auguſtens, nachdem die Polizei einmal ihre Hand an deren Sparbüchſe gelegt hatte. Von da an war kein Segen
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