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Der Galeerensclave : eine geschichtliche Erzählung aus dem Anfange des 19. Jahrhunderts : für die Jugend / von Gustav Nieritz
Entstehung
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„Ja!“ verſetzte Bedeau freundlich—„doch hoffentlich nur auf baldiges Wiederſehen. Wir ziehen in den Kampf.“ Dem Knaben zunickend verſchwand er nebſt ſeinem Diener.

„Der böſe, böſe Krieg!“ ſprach Wilhelm vor ſich hin.— „Erſt hat er uns um Vater und Mutter gebracht und nun nimmt er uns am Ende wohl noch Monſieur Bedeau und Sinclair. Was ſollte dann aus mir und Dortchen werden?“

Wilhelms Klage war gegründet, denn die beiden Ge⸗ ſchwiſter nährten ſich faſt lediglich von den Broſamen, die von der Franzoſen Tiſche fielen, und dieſelben waren beſſer und reichlicher als die, von denen der arme Lazarus vor des Reichen Thüre ſich ſättigte.

Bald ertönten die Lüfte von fernen Kanonen- und Flin⸗ tenſchüſſen. Magdeburg's Bewohner traten in Haufen zu⸗ ſammen, ſchüttelten die Köpfe und ſagten zu einander mit bedenklichen Mienen:„Schill richtet mit ſeinen paar hundert Leuten nichts aus gegen die vielen Franzoſen. Gebt Acht, er verliert und ſeine Sache nimmt ein böſes Ende. Schade um das auf's Neue vergoſſene Blut!“

Wie die Leute geſagt hatten, ſo traf es ein. Schill wurde bei dem Dorfe Dodendorf von der franzöſiſchen Beſatzung Magdeburg's angegriffen, geſchlagen und zur Flucht genöthigt, nachdem er einen großen Theil ſeiner Leute auf dem Kampf⸗ platze verloren hatte.

Als Sieger kehrten die ausgezogenen Franzoſen nach Magdeburg zurück. Eine lange Reihe von Bauernwägen mit Verwundeten, aus Freund und Feind beſtehend, folgte ihnen nach. Wären Wilhelm und Dortchen nicht ſchon Feinde des abſcheulichen Kriegs geweſen, ſie würden es bei dieſem An⸗