Horſa las dieſe Worte mit ſteigender Bewegung. Dann klingelte er und fragte den eintretenden Kammer⸗ diener:„Wer hat dieſe Bibel hierher gelegt und aufge⸗ ſchlagen?“
„Eine Bibel? Aufgeſchlagen?“ entgegnete der Kam⸗ merdiener beſtürzt.„Mir iſt nichts bewußt. Wer ſollte das Schlafzimmer Eurer Durchlaucht ungerufen zu betre⸗ ten gewagt haben? Man muß ſtrenge Nachforſchung un⸗ ter dem geſammten Dienſtperſonale anſtellen. Findet ſich kein Name des Beſitzers in der Bibel verzeichnet?“
„Laſſen Sie die Sache auf ſich beruhen, Haman!—“ ſprach der Fürſt.„Man hat mich beſchenkt und ſo et⸗ was belohnt man nicht mit einer ſtrengen Unterſuchung. Die Bibel bleibe hier liegen. Sie iſt ein unbeſtechlicher und aufrichtiger Rathgeber. Welcher Kammerherr iſt im Vorzimmer?“
„Herr von Siegmaringen, Durchlaucht!—“ erwie⸗ derte Haman.
„Er ſoll hereinkommen.“
„Lieber Kammerherr!“ redete Horſa den Eintreten⸗ den an—„Ich ſoll heute, wie Sie wiſſen, mein Debüt als Regent geben und deshalb die hier verzeichnete An⸗ ſprache halten. Ueberhören Sie mich und ſagen mir dann ohne Schmeichelei, wie ich meine Sache als Red⸗ ner mache. Hier iſt das Papier. Leſen Sie nach.“
Der Fürſt ſprach nun ſtockend, manches Wort ver⸗ ſchluckend, daher unverſtändlich und überſchnell. Dabei bewegte er in ſeiner Befangenheit den rechten Arm wie gleichmäßig gehenden Perpendikel einer Uhr.
Der Fürſt fühlte ſelbſt ſeine Unvollkommenheit als Rednet.„Nicht wahr—“ ſprach er am Schluſſe ſeiner


