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bert und Margarethe hörten mit ſtarrem Entſetzen die wilden Ausbrüche eines geſetzloſen Volkes mit an, das jetzt eine Schaar flüchtender Juden vor ſich her über die Elbbrücke trieb. Viele von ihnen erwählten einen freiwilligen Tod gegen die ihrer harrenden Martern, indem ſie von der Brücke hinab in den Strom ſprangen. Einer von dieſen Unglücklichen, ein guter Schwimmer, tauchte nach ſeinem gewagten Sprunge wieder über den Wellen empor und kämpfte ſich glücklich bis an's dies⸗ ſeitige Ufer, wo er alsbald an das Land ſtieg und dem Gartenhauſe der Brauerei zueilte. Es war Simonſon, welcher in ſeine Wohnung ſtürzte und dort die beiden Kinder athemlos nach den Seinen befragte. Nur die Angſt der Verzweiflung hatte dem blutig geſchlagenen und furchtbar gemißhandelten Manne noch ſo viel Kraft erhalten, daß er glücklich das Ufer hatte erreichen kön⸗ nen. Jetzt aber taumelte er, froſtklappernd und einer Ohnmacht nahe, zu Boden.
„Reicht mir— dort vom Simſe— das kleine Fläſchchen“— bat Simonſon die Kinder.
Mit der ſtark duftenden Flüſſigkeit, die er ſich auf die Hände goß, wuſch Simonſon ſein blutrünſtiges Ant⸗ litz und die Schläfe; auch verſchluckte er etwas davon, worauf er neu geſtärkt ſich erhob, um nach dem Walde zu flüchten und dort ſeine Gattin und Kinder aufzuſuchen.
Allein hierzu war es nicht mehr Zeit, denn bereits wälzten tobende Volkshaufen am Ufer ſich daher mit dem Geſchrei:


